So düngst Du Deine Zimmerpflanzen richtig

So düngst Du Deine Zimmerpflanzen richtig



Autor: Marten Beckmann
In der Welt der Zimmerpflanzen sind Pflege und Aufmerksamkeit der Schlüssel zu gesundem Wachstum und üppiger Schönheit. Das richtige Düngen ist dabei eine wichtige Komponente dieser Pflege, die oft jedoch übersehen oder falsch verstanden wird. Gerade wenn Zimmerpflanzen bereits seit Monaten oder gar Jahren in demselben Substrat stehen, können Mängel entstehen und Nährstoffzugaben erforderlich werden. Das korrekte Düngen kann jedoch eine knifflige Angelegenheit sein. In diesem Beitrag werfen wir daher einen Blick auf bewährte Methoden und Ratschläge, wie man Zimmerpflanzen richtig düngt, um optimales Wachstum und Gesundheit zu gewährleisten. 

Warum Pflanzendünger wichtig ist:
Pflanzen benötigen eine ausgewogene Mischung von Nährstoffen, um zu wachsen und zu gedeihen. Auch wenn Erde von Natur aus einige dieser Nährstoffe enthält und viele andere Substrate mit Dünger versetzt sind, können sie im Laufe der Zeit erschöpft sein, insbesondere in begrenzten Töpfen und Behältern. Hier kommt der Pflanzendünger ins Spiel. Ein guter Dünger liefert essentielle Makro- und Mikronährstoffe, die das Pflanzenwachstum fördern, die Blütenbildung anregen und die allgemeine Gesundheit verbessern. Passende Düngung ist also deutlich mehr als ein Nice-to-have, sondern ist wichtiger Teil der Pflege, die Pflanzen für ihr Wachstum und ihre Vitalität benötigen.
Pflanzen und Equipment.
Bei der Pflanzenpflege sollte das Düngen nicht vergessen werden.
Wann und wie oft gedüngt werden sollte:
Das Timing des Düngens hängt von der Art der Pflanze und vor allem der Jahreszeit ab. Im Allgemeinen wird während der Wachstumsperiode, die oft im Frühjahr und Sommer stattfindet, regelmäßig gedüngt. Während der Ruhephase im Herbst und Winter ist weniger bis gar kein Dünger erforderlich. Mit dieser Faustregel fährt man bei den meisten Zimmerpflanzen recht gut, die genauen Anweisungen finden sich jedoch oft auf der Verpackung des Pflanzendüngers oder in den Pflegehinweisen der entsprechenden Pflanze. 

So gelingt das Düngen – ein kleiner Leitfaden:
Richtigen Dünger auswählen: Die Auswahl des richtigen Pflanzendüngers ist der erste Schritt, um sicherzustellen, dass die Zimmerpflanzen optimal versorgt werden. Es gibt eine Vielzahl von Düngerarten auf dem Markt, die jeweils verschiedene Nährstoffe liefern. Flüssige Dünger sind schnell verfügbar und können leicht in das Gießwasser gemischt werden, während granulierte Dünger direkt in die Erde oder das Substrat eingearbeitet werden und Nährstoffe allmählich freisetzen. Ähnlich funktionieren stäbchenförmige Dünger, welche in das Pflanzensubstrat gesteckt werden.

Darüber hinaus muss auch besonders auf die Kultivierungsform geachtet werden, denn nicht jeder Dünger passt zu jedem Substrat. So wären klassische Erddünger für Pflanzen in Hydrokultur viel zu intensiv und würden den pPH-Wert des Wassers stark durcheinanderbringen. Auch Granulatsubstrat erfordert oftmals andere Düngerzusammensetzungen als Erde oder Humus. Bevor es an die konkrete Wahl des Düngers geht, ist es außerdem wichtig, die Bedürfnisse seiner Pflanzen zu berücksichtigen. Blühende Pflanzen benötigen in der Regel einen Dünger mit höherem Phosphorgehalt, während grüne Pflanzen von Stickstoff profitieren, um das Wachstum von Blättern und Stängeln zu unterstützen. Auch kann mit der Wahl des Düngers gewünschtes Wachstumsverhalten stimuliert werden: Es gibt zahlreiche spezielle Düngemischungen zur Blüten- und Wurzelbildung oder zur Wuchsverstärkung.
Hydrokultur.
Pflanzen in Hydrokultur oder Semi-Hydrokultur müssen grundlegend anders gedüngt werden als Pflanzen in Erdkultur.
Weniger ist mehr:
Die Devise "weniger ist mehr" gilt beim Düngen besonders. Denn ein häufiger Fehler ist die Überdüngung, die zu Verbrennungen der Wurzeln führen kann. Um dies zu vermeiden, sollte der Dünger immer gemäß den Anweisungen auf der Verpackung verwendet werden. Bei Flüssigdünger variieren die genauen Mischungsverhältnisse oftmals je nach Düngerart und Pflanzentyp. Ein guter Richtwert für den Anfang ist, den Dünger auf die Hälfte oder ein Viertel der empfohlenen Konzentration zu verdünnen. Denn es ist oft eine gute Entscheidung mit weniger anzufangen und die Konzentration nur dann allmählich zu erhöhen, wenn die Pflanzen gut darauf reagieren. 

Gleichmäßige Verteilung:
Sobald der Dünger verdünnt ist, ist es wichtig, ihn gleichmäßig über die Erde oder das Pflanzsubstrat zu verteilen. Bei einem Flüssigdünger ist dies am einfachsten möglich. Achten sollte man auch darauf, den Dünger nicht direkt auf die Blätter zu gießen, da dies Verbrennungen verursachen kann. Wenn ein granulierter Dünger verwenden wird, sollte man diesen vorsichtig in die oberste Erdschicht einarbeiten, ohne jedoch Wurzel zu beschädigen. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Freisetzung der Nährstoffe während der Bewässerung. 

Auf Anzeichen von Überdüngung achten:
Obwohl Dünger essentiell für das Pflanzenwachstum ist, kann eine übermäßige Zufuhr schädlich sein. Denn Überdüngung kann zu einer Ansammlung von Salzen in der Erde führen, die wiederum die Wurzeln schädigen kann und zu der bekannten „Verbrennung“ führt. Anzeichen für eine Überdüngung sind welke oder vergilbte Blätter sowie sogar das Absterben der Pflanze. Wenn man solche Symptome bemerkt, sollte die Pflanze schleunigst ausgetopft und von der alten Erde befreit werden. Um dabei so wenig Wurzel wie möglich zu verletzten empfiehlt sich das Ausspülen des Erdballs, um Salze auszuwaschen. Einmal gerettet sollte man die Pflanze dann einige Zeit in Ruhe lassen, bevor sie erneut gedüngt werden kann.
Vergilbte Blätter.
Vergilbte oder welke Blätter oder absterbende Pflanzenteile können ein Symptom für Überdüngung sein.
Individuelle Bedürfnisse beachten:
Jede Pflanze hat ihre eigenen spezifischen Nährstoffbedürfnisse, auf die geachtet werden, sollte. Wenn eine Pflanze gut gedeiht, muss nicht unbedingt gedüngt werden. Kranke oder geschwächte Pflanzen dagegen profitieren von mehr Nährstoffen, jedoch sollte hier besonders vorsichtig vorgegangen werden: Schwache Pflanzen sind besonders sensibel gegenüber veränderten Bodenverhältnissen und verletzlich für Wurzelverbrennungen. Jungpflanzen und Setzlinge sollte man auf keinen Fall Düngen, weil dies zu schlechter Wurzelentwicklung führt – aus diesem Grund sind Anzuchterden prinzipiell nährstofffrei. 

Das Düngen von Zimmerpflanzen mag komplex erscheinen, aber mit dem richtigen Wissen und der sorgfältigen Beachtung einiger Grundprinzipien können die eigenen Pflanzen erfolgreich und gesund ernährt werden. Besonders schön ist es darüber hinaus, wenn man zur Düngung nachhaltige Produkte verwendet, um auch ohne schlechtes Gewissen Freude an seinen Pflanzen haben zu können. Hierfür eignen sich Biodünger und/ oder vegane Nährstofflieferanten. Ein wenig Aufwand bei der richtigen Düngung wird sich dann meistens in Form von üppigem Wachstum und schönen Blüten seiner Zimmerpflanzen auszahlen. 

Wenn Du noch mehr über die Welt der Pflanzen erfahren oder unsere patentierten Konzepte zur nachhaltigen Wandbegrünung kennenlernen möchtest, dann schaue gerne in unserem Blog vorbei!